Blick fürs Detail

Am Dienstag nimmt die Fensterbaustelle richtig Fahrt auf. Es wird sowohl drinnen als auch draußen zeitgleich an verschiedenen Arbeitsschritten gearbeitet – es wird Farbe abgekratzt, geschliffen, geölt, gekittet und gestrichen.

Katrin schleift einen Fensterrahmen

Einen kleinen Dämpfer gibt es jedoch: Leider haben die Mäuse über den Winter beschlossen, unsere frisch gekitteten Fenster als Toilette zu benutzen. Erst jetzt entdecken wir das ganze Ausmaß ihrer Aktivitäten: Zwei der Fenser, die weiter unten im Stapel lagen haben leider erheblichen Schaden genommen. Katrin und Angela nehmen sich ihrer an, reinigen die Scheiben und den Kitt, doch am Ende wird klar: hier müssen wir nochmal ran. Teile des Kitts werden entfernt und sogar eine Scheibe nochmal herausgenommen. Dieses Jahr werden wir die Fenster anders lagern!

Neben der Fensterbaustelle sind Clemens und Lionel damit beschäftigt einige Daten von Haus und Gelände aufzunehmen. Sie kartieren Obstbäume, nehmen Feuchtigkeitsmessungen im Haupthaus vor und vermessen die Mauern des Erdkellers. Diese Daten sollen uns bei der weiteren Planung im Winter helfen und schon jetzt beginnen die Beidem mit dem Spinnen neuer Ideen.

Vom alten Erdkeller stehen nur noch die Außenmauern. Zwischen ihnen kann man auf den Eingang des Haupthauses schauen.

Während der Zeit in Rihula begegnen uns auch so einige andere Bewohner*innen, die wir gerne kennen lernen wollen. Wir begegnen vielen Amphibien, insbesondere Fröschen und Kröten. Sogar Molche wurden gesichtet. Hier haben wir einen Grasfrosch trotz guter Tarnung entdeckt:

Im Laub versteckt sitzt ein Grasfrosch.

Bei dem sonnigen Wetter der letzten Tage kommen uns einige Falter besuchen, wie dieser Admiral:

Ein Admiral sitzt auf einem Fallapfel.

Auch wir haben dank der schönen Sonne mehr Energie und am Dienstag Abend reicht diese dann nach einem langen Tag sogar für eine Runde Indiaca – das ist ein flacher Ball mit Federn, den man sich mit der Hand zuspielt.

Vier Menschen stehen in einem Kreis und spielen mit einem Indiaca.

Und spontan ergibt sich noch eine weitere Abendaktivität: Ein Lagerfeuer-Workshop. Unter Petras Anleitrung lernen einige von uns mit verschiedenen Materialien ein Feuer zu starten. Es werden Tipps und Tricks ausgetauscht und das Ergebnis lässt sich sehen. Prompt verlagern wir unsere Abendrunde ins Zelt und genießen den Abend am Feuer.

Zwei Menschen sitzen in einer Jurte am Feuer, eine dritte Person beugt sich vor, um das Feuer anzupusten.

Leider neigt sich unsere Zeit in Rihula schon dem Ende zu und ab Mittwoch beginnen wir mit dem Packen. Die Jurte wird noch in größerer Runde abgebaut, bevor sechs von uns die Heimreise antreten. Auch im Werkzeugraum beginnen wir mit dem Verpacken und so langsam leeren sich die Regale.

Abends sind wir dann nur noch zu fünft und unternehmen einen kleinen Spaziergang in der Hoffnung, vielleicht einen Elch zu sehen. Natürlich lassen sich die Elche nicht so leicht blicken, schon gar nicht, wenn man nach ihnen sucht. Dennoch war es schön, das Abendlicht zu genießen.

Vier Menschen sitzen und stehen vor einem Wald und schauen in den Sonnenuntergang.

Am Donnerstag geht alles ganz schnell. Wir bauen die Küche ab, bringen geliehende Dinge zurück, rödeln hier und da und plötzlich ist der Platz, auf dem sich das Zentrum unseres Camps befunden hat, wieder leer. Ein komischer Anblick.

Der Platz unter und hinter der Linde ist leer, man sieht das zertretene Gras, die Zelte fehlen.

Nachdem alle Fenster und Türen verschlossen sind, machen wir uns auf den Weg nach Sõmeru. Das liegt bei Rakvere und unsere Nachbarn Kaarel und Kartin haben dort ein Gartengrundstück. Sie warten schon auf uns und stolz zeigt uns Katrin ihre Beete, die prachtvoll in Blüte stehen und in denen es summt und brummt. Wir essen gemeinsam zu Abend und gehen anschließend in die Sauna. Doch damit nicht genug. Neben der Sauna steht ein Whirlpool, den Kaarel und Katrin für uns beheizt haben und in dem wir zwischen den Saunagängen gemeinsam sitzen. Es entstehen spannende Gespräche und wir fühlen uns sehr wohl. Für uns ist dieser Abend auch eine Möglichkeit, uns langsam wieder an die Zivilisation zu gewöhnen. Die letzte Nacht verbringen wir dann auf dem Hof von Kaarel und Katrin in der Nähe von Rihula. Vielen, vielen Dank für eure Gastfreundschaft und die tolle gemeinsame Zeit!

Schweren Herzens machen wir uns am nächsten Tag auf die Heimreise. Wir legen noch einen kurzen Stopp bei Marju ein, um uns auch von ihr zu verabschieden, dann geht es los auf die lange Fahrt. Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen, Helfer*innen und Unterstützer*innen, dass ihr das alles möglich gemacht habt.

Blick auf den Fluss Kunda im Abendlicht. Ein Baumstamm, der quer im Wasser liegt, wird von der Sonne angestrahlt.

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