Glück im Unglück

Für Montag ist später am Tag ein Handarbeitsnachmittag geplant, zu dem wir auch Gäste von Außerhalb eingeladen haben. Bis dahin haben wir uns dazu entschieden, das Holz der Linde zu spalten und auch die Fensterbaustelle zu eröffnen. Vielleicht erinnert Ihr Euch daran, dass im letzten Jahr bei einem Teil der alten Fenster die Farbe entfernt wurde. Sie wurden geschliffen, geölt und gekittet. Nachdem sie nun lange getrocknet sind, kann ein Anstrich erfolgen und auch weitere Fenster warten auf die Aufarbeitung.

Nach einem Geburtstagsfrühstück fährt Katrin mit dem Auto los, um einen Ausflug ins nah gelegene Moor zu unternehmen. Die Holzspaltung ist in vollem Gange. Der Rest hat sich gerade eingefunden, um sich gemeinsam den Fenstern zu widmen, als Annas Handy klingelt. „Das ist schlecht“, hören wir sie sagen und befürchten schon schlimmes. Es stellt sich heraus, Katrin hat sich mit dem Auto festgefahren. Da wir aber kein weiteres Auto zur Verfügung haben, um zur Hilfe zu kommen bleibt nur übrig sich zu Fuß auf den Weg zu machen. Bei einer Entfernung von dreieinhalb Kilometern allerdings kein Problem. So stapfen vier von uns los, voll bepackt mit Spaten, Seil und Proviant. Wir wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein.

Der Weg wird zu einer netten Wanderung. Rechts und links des Weges erspähen wir immer wieder Pilze, die wir uns gerne genauer anschauen wollen und viele Pfifferlinge, die wir gerne mitgenommen hätten. Aber erst gilt es einen anderen Auftrag zu erfüllen: Das Auto sehen wir schon von Weitem. Glücklicherweise ist es nichts Tragisches und wir haben es ruckzuck wieder frei. Katrin bietet an die Helfenden zurückzufahren, doch die wollen lieber laufen und den Pilzen näherkommen. So wird der Ausflug noch zu einer großen Pilzsammelaktion bei dem auch etwas an neuem Pilzwissen dazugewonnen wird. So landen neben normalen Pfifferlingen auch Trompetenpfifferlinge und ein Birkenpilz im Beutel, sowie separat weitere Pilze, die noch bestimmt werden wollen. Auf dem Hof wurde derweil die Fensterbaustelle eröffnet und fleißig im Generatorlärm gearbeitet. Nach dem gestrigen Mäusevorfall ist auch eine Aufhängung für die Rucksäcke in der Scheune entstanden. Das Holzspalten geht mühsam voran. Da die Spaltaxt zerbrochen ist, kommen normale Äxte und Keile zum Einsatz, für die allerdings ein großer geeigneter Hammer zum Eintreiben fehlt. Basti hat sich dem angenommen und einen großen Holzhammer gebaut, der feierlich unter Gitarrenmusik und Gesang eingeweiht wird.

Als die vier Pilzsammelnden auf dem Hof eintreffen, ist es bereits mitten am Nachmittag. Zum Handarbeiten und Quatschen sind keine Menschen vorbeigekommen, was zwar schade ist, unsere Stimmung allerdings nicht trübt. So machen wir es uns einfach allein gemütlich, verputzen den letzten Kuchen und widmen uns kreativen Projekten. Dabei werden auch allerhand Postkarten geschrieben. Lio und Clemens nehmen sich der Feuchtigkeitsmessung im Haus an, während Anna und Angela die ersten Fenster streichen. In der Küche wird für das Abendessen ein leckerer Nudel-Zucchini-Pilz-Auflauf vorbereitet, der anschließend im Gusseisernen Topf im Feuer gebacken wird. Damit überzeugen wir auch Kaarel und Katrin, die noch vorbeigekommen sind. Bis es dunkel wird sitzen wir unter der Linde und führen bei unseren Gesprächen ganz spontan einen kleinen Estnisch-Workshop durch. So geht auch dieser Tag zu Ende und es werden noch gemütlich ein paar Lieder am Feuer in der Jurte gesungen.

Spendenkonto

Empfänger: estwärts e.V.
IBAN: DE14 8306 5408 0005 4890 24
BIC: GENODEF1SLR