Im Ameisenhaufen
Den Morgen nach dem Fest wollen wir mit einem gemütlichen Brunch verbringen. Nach und nach trudeln verschlafene Menschen an der Sauna ein und bei Sonnenschein füllen wir den Tisch mit den Resten von gestern. Als wir uns gerade setzen wollen, zieht der nächste Regenschauer auf und gerade so können wir unser Essen noch unter die Jurte retten. Im mehr oder weniger trockenen Zelt setzen wir uns um die Feuerstelle und lauschen dem Tropfen des Regens. Der Brunch geht über in gemütliches Entspannen in der Jurte und wir genießen unseren freien Sonntag trotz Regen.
Petra und Basti sehen gar nicht ein, ihre Pläne wegen des Regens zu ändern und brechen zu einem Spaziergang auf. Zurück kommen sie zwar recht nass, doch mit einem Korb voller Pfifferlinge. Am Nachmittag unternimmt eine kleine Gruppe noch einen Ausflug in ein nahe gelegenes Moor.
Am frühen Abend klart es dann doch noch einmal auf und wir können bei den letzten Sonnenstrahlen unser Abendessen mit Pfifferlingen genießen.

Am Montag starten wir ausgeruht und voller Tatendrang in den Tag. Plötzlich fühlt es sich an wie in einem geschäftigen Ameisenbau und überall auf dem Hof geht es in den nächsten beiden Tagen in großen Schritten voran.
Vor der Scheune bauen Klaas und Lola ein mobiles Sägewerk auf, um Bodenbalken für den Fußboden im Haupthaus vorzubereiten. Die Stämme dafür haben wir letztes Jahr aus gefällten Bäumen vorbereitet. Die beiden sind ganz begeistert von ihrer Konstruktion und schmieden schon Pläne, sich mit einem Sägewerk selbstständig zu machen. Schon nach wenigen Schnitten ist der Spaß vorbei und alle Balken sind zurechtgesägt. Vielen Dank an dieser Stelle an Ralf, der uns seine große Kettensäge ausgeliehen hat.

Unterdessen machen Sören, Nils und Basti ein Holzpraktikum an und in der Scheune. Sie finalisieren die Verschalung, nehmen kleinere Reparaturen vor und bauen ein Dach über einem Holzlager an der Außenwand. Trotz des Regens geht es schnell voran und von dem Ergebnis sind wir alle sehr begeistert.


Auch auf der Fensterbaustelle ist die Vorfreude groß. Endlich ist das Leinöl von letzter Woche getrocknet und wir können mit dem Kitten beginnen. Die beiden Annas, Petra, Anne und Jolie bereiten die Scheiben und den Kitt vor. Dieser muss geschmeidig geknetet werden und darf möglichst keine Klumpen enthalten. In den Rahmen wird dann das Kittbett vorbereitet, dann werden die Scheiben eingesetzt und mit Glaserstiften fixiert. Anschließend wird auch auf der Oberseite der Kitt aufgebracht und mit dem Kittmesser glattgezogen. Nach den ersten beiden Fenstern geht uns jedoch der Kitt aus (wir haben die benötigte Menge deutlich unterschätzt!) und wir müssen neuen besorgen. Während eine der Annas und Jolie sich auf den Weg nach Rakvere machen, beginnen die anderen, weitere Fensterflügel von Farbe zu befreien.

Leider hinterlassen der Kitt und unsere mit Kitt verschmierten Finger auf den Scheiben unschöne Flecken, die sich nur schwer entfernen lassen. Mit Pinseln und Kreidepulver machen sich Anne, Jolie und Petra an die Detektivarbeit.

Am Montagabend bekommen wir weitere Verstärkung. Tobias, Jonas und Stefan reisen an. Jetzt sind wir gerade 15 Leute auf dem Hof und dachten, damit sei die größte Besetzung für dieses Jahr erreicht. Doch am nächsten Tag ergibt sich noch ein spontaner Besuch: Marvin kommt auf einer mehrtägigen Wanderung am Hof vorbei und erreicht uns kurz vor einem Gewitter. Wir laden ihn ein, bei uns Schutz vor dem Regen zu suchen und er verbringt spontan den Nachmittag und Abend mit uns.
Am Dienstag startet der Klohäuschenbau richtig durch. Sören und Nils bereiten alle Bauteile so vor, dass sie nachher nur noch wie ein Baukasten zusammengesteckt werden müssen. Dazu haben sie sich in der Scheune eine kleine Werkbank eingerichtet, auf der sie ungestört vom Regen die Balken vorbereiten können.

Parallel dazu arbeitet Tobias draußen neben unserem orangefarbenen Übergangsklo daran, die Punktfundamente für das neue Klohäuschen vorzubereiten. Kurz vor Baubeginn haben wir noch den geplanten Standort geändert, da die Idee eines Sanitärhäuschens aufgekommen ist, dass man gut dort errichten könnte, wo gerade noch ein alter Schuppen steht.

Auch im Hof verändert sich nochmal viel. Stephan macht eine große Mähaktion mit dem Freischneider und Lola fällt mit der Hilfe von Klaas, Stefan und Jonas einige Thujas. Dahinter kommen weitere Obstbäume zum Vorschein, die wir in den nächsten Tagen etwas auslichten wollen.

In der Küche wird weiter an Backmöglichkeiten ohne Backofen gefeilt. Lukas bereitet einen Pizzateig vor, den wir am Montagabend zu Pizzen verbacken. Diesmal jedoch ohne den Dutch Oven, sondern indem wir mit Hilfe zweiter Topfdeckel eine Konstruktion bauen, mit der wir Ober- und Unterhitze erzeugen können. Nun gilt es, 25 vorportionerte Teiglinge zu Pizzen zu verarbeiten, womit wir fast den ganzen Abend zusammen verbringen.

Am Dienstag geht es dann direkt teigig weiter. Anne hatte die Idee, Stockschnecken zu machen, also Zimtschnecken am Stock. Wir sind begeistert von der Idee und probieren sie am Dienstag in der Kaffepause direkt aus. Das Ergebnis überzeugt und wir werden das sicher noch öfter machen!

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