Zweites Hoffest, diesmal mit Kartoffelkönig
Bevor wir all unsere Aufmerksamkeit in die Vorbereitungen für unser Hoffest am Samstagnachmittag lenken, geht es am Freitag noch auf einigen Baustellen voran.
Im und am Haupthaus entfernen Anna, Anne, Steffi und Jolie weiter die alte Farbe von den Fensterrahmen, schleifen sie ab und ölen sie ein erstes Mal mit Leinöl.
Unterdessen nehmen sich Klaas und Anton in der Nähe des Küchenzeltes die Zeit, in die Detailplanung für das Klohäuschen einzusteigen. Am Vormittag haben sie bereits mehrere Fahrten zum Sägewerk sowie zu Marju und Jaan unternommen und eine große Menge Bauholz abgeholt. Nun fertigen die beiden Skizzen an und konkretisieren die Ideen, wie sich aus dem vorhandenen Material das Klohäuschen am besten bauen lässt. Die Umsetzung der Pläne wird unsere Priorität für die nächsten beiden Wochen. Gut, dass dafür nun eine maßstabsgetreue Zeichnung vorliegt.

Im Außenbereich verschränken sich die Festvorbereitung und der Abschluss von Baustellen. Wir schneiden die Festwiese frei und bereiten weitere Flächen als Parkplätze vor, bauen die Totholzhecke fertig und räumen auf dem Gelände auf.
Ein besonders wichtiger Bereich der Festvorbereitung ist natürlich die Küche. Damit der große Einkauf, den wir vor dem Fest noch erledigen wollen, auch gut verstaut werden kann, bauen wir unseren Flusskühlschrank von letztem Jahr wieder auf.

Der Einkauf vor dem Fest übertrifft dann alle Erwartungen. Die Kassiererin im Supermarkt, die uns vermutlich wiedererkannt hat, war ebenfalls überrascht. Der Bon erreicht diesmal eine ungeahnte Länge: Er ist einen ganzen Meter lang! Letztes Jahr lag unser Rekord bei schlappen 86 cm.

Jetzt gehen die Vorbereitungen für das Fest überall auf dem Hof so richtig los: Janne und das Küchenteam bereiten eine Zwiebelsuppe, einen großen gemischten Salat, Stockbrotteig und natürlich unseren Beitrag für den Kartoffelsalatwettbewerb vor. Im Voraus gab es eine Diskussion, ob wir mit einer norddeutschen Variante (mit Mayo) oder einer süddeutschen Variante (mit Essig und Öl) ins Rennen gehen sollten. Wir haben uns schließlich für Essig und Öl entschieden. Überall wird geschnippelt, gebrutzelt und gerührt. Unter anderem verarbeiten wir mehr als zehn Kilo Zwiebeln für die Suppe und beim Anbraten strömt der Duft karamellisierter Zwiebeln über den gesamten Hof.

Während des geselligen Treibens in der Küche, fährt plötzlich Kristas Wandergruppe mit fünf Autos und einer mobilen Sauna im Gepäck vor. Diese wird gekonnt neben unserer (leider gerade nicht funktionstüchtigen) Sauna eingeparkt. So schnell wie sie gekommen sind, brechen sie auch schon wieder auf und unternehmen noch einen kleinen Ausflug, bevor sie später zum Fest dazu kommen.

Im letzten Jahr haben wir noch den Bereich neben der Sauna als Festplatz genutzt. In diesem Jahr wollen wir den Hofplatz und die neu gebaute Bühne in der Scheune mehr ins Zentrum rücken. Auf dem Hof werden Tische und Bänke aufgebaut, das Buffet vorbereitet und dekoriert. Auch die Scheune wird schick gemacht, sodass wir sie für unser kleines Programm nutzen können.
Pünktlich um 15 Uhr ist alles bereit und pünktlich wie die Feuerwehr treffen auch die ersten Gäste ein. Zunächst erscheinen einige bekannte Gesichter, darunter Marju, Jaan und unsere neuen Nachbarn, über die wir schon berichtet haben. Zusammen eröffnen wir das Kuchenbuffet und zeigen die Veränderungen auf dem Hof. Anton kann sich noch nicht dazu gesellen, denn er bricht noch einmal nach Rakvere auf, um Petra, Basti und Anna abzuholen, die heute ankommen. Der Hof füllt sich schnell mit noch mehr Menschen und auch Kristas Wandergruppe kommt kurz vor dem kleinen Festakt von ihrem Ausflug zurück. In letzter Minute rühren sie aus mitgebrachten Zutaten noch einen Kartoffelsalat zusammen, schließlich soll der Wettbewerb gleich beginnen. Zuerst aber versammeln wir uns alle in der Scheune, um unsere Gäste auch offiziell zu begrüßen und kurz zu erklären, was wir als Verein hier eigentlich machen. Wir rahmen das Ganze mit drei Liedern, die wir gemeinsam einstudiert haben. Darunter ist auch ein estnisches Lied, das wir gemeinsam mit unserem Publikum singen. Zum Glück sind unsere Gäste textsicher, so dass es gar nicht so sehr auffällt, wenn es bei uns sprachlich noch etwas holpert. Die Moderation zwischen den Liedern übernimmt Hagen und Krista übersetzt.

Zum Abschluss des Programms erklären Anna und Anne die Idee des Kartoffelsalat-Wettbewerbs: Sowohl in Deutschland als auch in Estland wird zu Festen und Feiern häufig Kartoffelsalat zubereitet, jedoch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Auch innerhalb der Kulturen gibt es große Unterschiede und viele Varianten der Zubereitung. Wir wollten diese Vielfalt auf einen Tisch bringen und gemeinsam mit unseren Gästen entdecken. Damit ist auch das Abendessens-Buffet eröffnet und die sechs teilnehmenden Salate können verkostet werden. Vielen Dank für die tollen Beiträge!

Der Grill wird angefeuert und zur Feier des Tages stoßen wir gemeinsam an. Die Wahl des besten Salates scheint vielen nicht leicht zu fallen und an allen Ecken wird diskutiert, welche Zubereitung am meisten überzeugt. Die Abstimmung fällt am Ende sehr knapp aus, zwischen einer Variante mit Essig, Öl und vielen Zwiebeln sowie einer mit Ei und Mayo, die mit einem Punkt Vorsprung gewinnt. Die Köchin bekommt die Anerkennung aller und von uns als Hauptpreis den Kartoffelkönig zusammen mit einem kleinen Geschenk überreicht.

Während das Feuer im Grill langsam ausgeht, wird auf der anderen Seite des Platzes bereits die Sauna angeheizt. Nach und nach verlagert sich die Runde dorthin und alle, die möchten, genießen die gemütliche Sauna und den erfrischenden Fluss. Die Sauna scheint für maximal acht Personen ausgelegt zu sein, wir schaffen es trotzdem mit elf Leuten gleichzeitig, wobei eine Person stehen muss. In der Jurte nebenan wird es auch gemütlich. Das Feuer brennt, wir holen die Gitarren raus und backen Stockbrot. Gemeinsam mit den letzten Gästen lassen wir hier den schönen Tag ausklingen. Vielen Dank an alle, die diese schöne Feier mit uns verbracht haben!

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