Wochenende!

Normalerweise versuchen wir, es am Wochenende etwas ruhiger angehen zu lassen. Dieses Wochenende standen jedoch einige Ausflüge und Aktivitäten auf dem Programm, von denen wir gerne kurz berichten wollen. Und so ganz können wir es dann doch nicht sein lassen mit der Arbeit auf den Baustellen, sodass es zumindest Samstagvormittag noch mit dem Klohäuschen und der Fensterrestaurierung vorangeht. Hier muss jede sonnige Minute genutzt werden! Die Details ersparen wir euch an dieser Stelle und kommen lieber gleich zum weniger arbeitsreichen Teil des Wochenendes.

Am Samstagmittag machen wir uns zu siebt auf in die von Rihula aus nächstgrößere Stadt Rakvere, um ein wenig in der Zivilisation zu baden. Zunächst plündern wir den Gebrauchtwarenladen, der uns mit allerhand Küchenausstattung und Second Hand Kleidung beglückt. Danach steigen wir hoch zur Burg von Rakvere, umrunden diese und verweilen ein wenig am direkt daneben gelegenen Sängerfeld. Dieses wurde anscheinend kürzlich neu gestaltet und herausgeputzt und wir notieren uns im Hinterkopf, dort mal eine Veranstaltung zu besuchen.

Im Vordergrund das Sängerfeld mit Zuschauertribünen. Im Hintergrund die Burg von Rakvere

Wir steigen wieder ab vom Hügel (die Esten würden sagen: Berg) mit Burg und Sängerfeld, werfen noch einen Blick in die Kirche am Fuß des Hügels und kehren schließlich ein in eine Mischung aus Konditorei und Schnellimbiss, die uns im 1. Gang mit Kuchen und im 2. Gang mit Pommes versorgt. Da das Wetter insgesamt kälter und nasser geworden ist, ist es eine willkommene Abwechslung, mal wieder länger in einem beheizten Raum zu sitzen. Zurück in Rihula bringen wir so schnell es geht die Jurte auf Temperatur und verbringen den Abend mit Gitarre und Gesang am Lagerfeuer.

Für den Sonntag stehen zwei verschiedene Programmpunkte auf dem Plan: Eine Fünfergruppe um Tobias schnappt sich das Auto und reist gen Nordwesten an die Ostseeküste, die andere Fünfergruppe ist für den frühen Nachmittag bei unseren Nachbarn zum Grillen eingeladen.

Die Ostseereisenden zieht es auf die Halbinsel Käsmu, wo sie, glücklicherweise bei Sonnenschein, einen ausgedehnten Küstenspaziergang machen und natürlich ein Bad in der Ostsee nehmen. Die Blaubeergründe im nahegelegenen Wald sind so ergiebig, dass man nicht einfach so daran vorbeigehen kann, und so macht sich die Gruppe die Trinkflaschen voll mit Beeren, die bei uns am nächsten Tag im Frühstück landen werden.

Petra sitzt auf einem großen Stein in der Ostsee und spielt auf ihrer Flöte

Unterdessen stimmen sich die in Rihula verbliebenen auf das nachmittägliche Grillen ein. Wie schon zum Fest bereiten wir eine Ladung Kartoffelsalat vor (Variante Essig & Öl) und ein bisschen Grillgemüse. Wir packen alles auf eins unserer neuen Hoffahrräder und spazieren gemütlich los zum Nachbarhof.

Wir transportieren das Grillgut auf dem Fahrradgepäckträger zu den Nachbarn

Dort angekommen beschließen wir zusammen mit den Nachbarn, noch zu einem anderen nahegelegenen, aber leerstehenden Hof zu wandern. Dieser ist nur über einen Waldweg erreichbar und liegt an dessen Ende auf einer Lichtung im Wald. Von der Terrasse der teilweise verfallenen Sauna blickt man direkt auf eine Insel im Fluss und alles fühlt sich nochmal deutlich abgelegener an als Rihula. Bevor uns die Hirschläuse zu sehr nerven, kehren wir um und machen es uns drinnen bei den Nachbarn gemütlich, während draußen schon der Grill anläuft. Im Gegensatz zu Rihula ist deren Wohnhaus schon beheizbar und mit Küche, Wohnzimmer und Elektrizität ausgestattet. Luxuriös! Ein paar von uns waren ja schon zu Gast, aber auch für die übrigen ist es bei der nachbarschaftlichen Gastfreundschaft leicht, sich wie zu Hause zu fühlen. Umso mehr, als es draußen mittlerweile in Strömen regnet und es nicht so aussieht, als würde sich das heute nochmal ändern. Passt aber gut, denn eigentlich hatten wir für dieses Wochenende einen estnisch-deutschen Sprachaustausch geplant, bei dem sich aber letztlich keine estnischen Teilnehmenden gefunden hatten. Die Nachbarin ergreift hier kurzerhand die Initiative und plötzlich sitzen wir alle im Kreis im Wohnzimmer und üben zusammen die Grundlagen des Kennenlernens auf Deutsch und auf Estnisch. Dass wir eigentlich zum Grillen verabredet waren, gerät hier fast zur Nebensache. Team Ostsee ist ebenfalls bereits vom Ausflug zurück und gesellt sich teilweise noch zu uns. Wir können nur sagen: Vielen Dank an unsere lieben Nachbarn für die Gastfreundschaft und den schönen Nachmittag und Abend bei euch! (Wir wissen genau, dass ihr das lest!)

Wir sitzen zusammen im Wohnzimmer bei den Nachbarn

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